Marokkos Norden
Tipps
- Mietwagen
Ein Mietwagen macht das Reisen in Marokko flexibler. Das Fahren geht meistens gut, man sollte aber versuchen, so gut wie möglich auf größeren Straßen und Mautstraßen zu bleiben. Einmal verloren wir uns etwa eine Stunde lang auf Schotterstraßen zwischen Erdbeerfeldern mitten im Nichts. Daher lieber eine Route wählen, die laut Navi länger dauert, aber dafür über gut ausgebaute Straßen führt. Leider kommt es öfter vor, dass die Polizei einen aufgrund von angeblichen Geschwindigkeitsüberschreitungen anhält und ohne Rechnung Geld verlangt. Daher in der Nähe der zahlreichen Polizeikontrollen lieber penibel auf die Geschwindigkeit achten.
- Bargeld
Man benötigt unbedingt Bargeld. Nur in sehr großen Touristenshops war es möglich, mit Karte zu zahlen und selbst dann war es nicht sehr gerne gesehen. Gerade wenn man noch ein bisschen handeln möchte, ist man mit Bargeld sowieso in einer viel besseren Situation. Auch in den Restaurants wurde nur Bargeld angenommen. Den besseren Kurs erhält man meist indem man Euro in Marokkanische Dirham in den Wechselstuben eintauscht. Allerdings haben wir auch öfter einfach Geld am Automaten abgehoben. Das hat immer relativ problemlos geklappt. Manchmal ist die Abhebesumme begrenzt, doch so hoch, dass man damit eine Zeit lang gut durchkommt.
- Reisen als Frau
Als Frau, die in einer Gruppe von Frauen unterwegs war, habe ich die Männer in Marokko manchmal als unangenehm wahrgenommen. Ich kann natürlich nichts dazu sagen, wie es ist alleine unterwegs zu sein. Catcalling stand allerdings durchaus auf der Tagesordnung. Dass eine Freundin dabei war, die manche Wörter auf Arabisch verstehen und übersetzen konnte, machte es nicht zwingend besser. Allerdings waren es nie bedrohliche oder beängstigende Situationen. Und gleichzeitig hatten wir auch sehr gute Erlebnisse mit unglaublich freundlichen und lieben Guides und tollen Restaurantbesitzern. Die Frauen waren uns gegenüber sowieso immer sehr offen und freundlich. Insgesamt würde ich das Reisen als Frau in Marokko auf jeden Fall trotzdem empfehlen. Man sollte sich nur bewusst sein, dass es manchmal etwas anstrengend sein kann. Gefährlich ist es meinem Empfinden nach allerdings nicht.
Tetouan
Nach unserer Landung am Flughafen in Tanger nahmen wir uns direkt einen Mietwagen, um nach Tetouan weiterzufahren. Das Fahren auf den Hauptstraßen ging sehr gut und es gab für mich überraschenderweise auch relativ klare Verkehrsregeln.
Tetouan ist ein nettes kleines Städtchen mit einer schönen weißen Medina und einigen hübschen Plätzen und Parks. Am besten plant man Zeit ein, um dort einfach herumzustromern und ein bis zehn Kaffee oder Tee zu trinken. Der typische Tee in Marokko ist ein grüner Tee, der über einen Minzzweig im Glas gegossen wird. Meist ist schon Zucker hinzugefügt, was ihn tatsächlich sehr lecker macht.






Was uns in Tetouan allerdings auffiel war, dass relativ wenige Frauen auf der Straße unterwegs waren. Viele der Cafés waren ausschließlich mit Männern gefüllt. Wir fragten später unseren Guide danach, ob wir da als Frauen denn überhaupt reindurften. Er sagte, dass es nicht verboten sei, die Männer aber sehr verwundert wären. Von da an nannten wir diese Cafés „Männercafés“. Abends lief ein Fußballmatch der Championsleague zwischen Madrid und Barcelona und alle Männercafés waren gefüllt. Wir liefen durch die Straßen und waren ein wenig amüsiert darüber, wie sie alle aufgereiht wie Schulklassen vor dem Fernseher saßen.

